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Turngemeinde Northeim

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Landesturnfest

Drei erfolgreiche Turner der Turngemeinde Northeim
beim Landesturnfest in Osnabrück

Schon einmal (1965) war Osnabrück der Ausrichter für ein Landesturnfest, an dem seinerzeit ebenfalls Turnerinnen u. Turner der Turngemeinde Northeim teilnahmen (siehe Foto). Jetzt, vom 20. bis 24. Juli 2012 war diese schöne Stadt, die auch als Verhandlungsort des Westfälischen Friedens von 1648 diente und bekannt ist, zum zweiten Mal Gastgeber. „Erlebnis Turnfest – Die Vielfalt entdecken!“ So lautete das Motto, mit dem das Landesturnfest zu Norddeutschlands größter Breitensportveranstaltung werden sollte. „Norddeutschlands“ im wörtlichen Sinn. Denn diesmal war das Turnfest nicht nur eine alleinige Veranstaltung des Niedersächsischen Turnerbundes, sondern es fand zum ersten Mal in Gemeinsamkeit mit dem Bremer Turnverband und dem Schleswig-Holsteinischen-Turnerbund statt. Dementsprechend groß war dann auch das Interesse und die Teilnehmerzahl sowie das Wettkampfangebot. Mehr als 400 hochkarätige Wettkämpfe und eine Vielzahl an kreativen Mitmachangeboten standen zur Auswahl. Bis zu 20.000 Wettkämpferinnen und -kämpfer waren an den Sportgeschehnissen beteiligt und über 200.000 Turnfestbesucher wurden gezählt. Das Wettkampfangebot erstreckte sich vom klassischen Turnen, über Leichtathletik, Schwimmen, Trampolinturnen und Ropskipping.

An ihm nahmen auch die drei TGN-Turner Herbert Scheer, Andreas Nicol und Gerd Liedtke teil, der auch schon 1965 mit im TGN-Aufgebot dabei war. So gingen diesmal alle drei Turner auch hoch motiviert mit der festen Absicht in den Wettkampf: Diesmal wollen wir nicht nur am Turnfest teilnehmen, sondern wir wollen vordere Plätze belegen. was letztlich auch klappte. Und das, obwohl Herbert Scheer wie auch Andreas Nicol noch eine kleine Unsicherheit mit in ihren Wettkampf hinein nahmen. Nämlich, dass sie bei ihrer Sprungdisziplin über einen „Tisch“ -und nicht wie sonst längs über ein Turnpferd- springen mussten. Dies neuartige Gerät, das anfangs nur in Meisterschaftswettkämpfen eingesetzt wurde, ist inzwischen auch Pflichtgerät bis in die unteren Wettkampfklassen geworden. Doch weil diese Geräte auch sehr teuer in der Anschaffung sind, können sich auch nicht alle Vereine mit solch einem ausstatten. So blieb unseren beiden Turnern nur die Möglichkeit, sich in der kurzen Einturnzeit vor ihrem Wettkampf mit dem Gerät vertraut zu machen. Doch dies stellte sich bei ihnen gar nicht als ein so großes Problem dar.

Ihr Wettkampf bestand aus einem Dreikampf, den sich die Turner aus den oben genannten Fachgebieten selbst zusammenstellen konnten. Herbert Scheer und Andreas Nicol turnten in der Jahrgangsklasse 55 bis 59 Jahre ihren klassischen Turndreikampf an den Geräten Barren, Reck und Sprungtisch. Gleich beim ersten Gerät am Pauschenpferd, ging Herbert Scheer mit 10,30 Pkt. gegenüber 8,80 Pkt. von Andreas Nicol in Führung. Wonach am zweiten Gerät, dem Sprungtisch, Andreas Nicol mit 10,00 Pkt. gegenüber Herbert Scheer mit 9,70 Pkt. etwas an Boden gutmachen konnte. Doch auch am Barren, dem letzten Gerät, erreichte Herbert Scheer mit 10,55 Pkt. gegenüber 10,30 Pkt. Andreas Nicol die bessere Note und konnte somit mit einer Gesamtpunktzahl von 30,55 Pkt. den Wettkampf für sich entscheiden und Turnfestsieger in seiner Altersklasse in dem 13 Turner umfassenden Teilnehmerfeld werden.

Andreas NicolAndreas Nicol Herbert ScheerHerbert Scheer
Andreas NicolAndreas Nicol Herbert ScheerHerbert Scheer
Gerd LiedtkeGerd Liedtke Gerd LiedtkeGerd Liedtke

Gerd Liedtke, der ebenfalls in seiner Altersklasse 75-79 Jahre einen reinen Gerätewettkampf am Pauschen-pferd, Barren und Reck turnte, konnte sich trotz guter Übungen Punkte mäßig nicht bis ganz nach oben durchsetzen. Er errang mit insgesamt 25,35 Pkt. den dritten Platz in der Gesamtwertung. Den ersten Platz errang Otto Bramstedt vom TUS Jaderberg mit 27,14 Punkten, vor Werner Kamjunke vom Turnverein Spaden mit 25,83 Pkt. Diese beiden Erstplatzierten waren allerdings Gerd Liedtke insofern bevorteilt, weil sie ihren Wettkampf aus verschiedenen Wettkampfdisziplinen bestritten und deshalb wegen Vielseitigkeit mit 0,5 Pkt. zusätzlich belohnt wurden. So gesehen war sein dritter Platz, in dem 16 Wettkämpfer umfassenden Konkurrenzfeld doch ein respektables Ergebnis. Und somit war die Freude über die erzielte Leistung der drei Turner berechtigt.

Doch war der Wettkampf nicht allein, was die Betätigung und Freude an diesem Turnfest betraf. Die Tage in Osnabrück boten noch viele andere Anlässe für Jung und Alt. Erster Höhepunkt war - wie bei allen Turnfesten  – sowohl für die Festbesucher wie auch für die Osnabrücker Bevölkerung der traditionelle Festumzug durch die schmucke Innenstadt. Dabei wurde es gleich offensichtlich, wie freudig die gesamte Turnerschaft von den Einwohnern der Gastgeberstadt empfangen wurden. Zu beiden Seiten entlang des Festzuges waren die Straßen gefüllt mit winkenden und klatschenden Zuschauern, wodurch sofort der Funke für ein herzliches Miteinander zwischen der Einwohnerschaft und den Gästen für die anstehenden Turnfesttage übersprang. Nur schade, dass dabei der gesamte Turnkreis Northeim-Einbeck im Fahnenblock des Turnbezirks Braunschweig lediglich mit dem Turnkreisschild und den zwei Vereinsfahnen, nämlich des TUS Kalefeld e. V. und unserer TG vertreten war.

Dem Festzug vorausgegangen war ein Festakt im Forum Sparkasse, wo Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius die Gäste herzlich begrüßte und zum Ausdruck brachte, wie sehr er und die Stadt sich auf die Turner freue. Auch der Präsident des Niedersächsischen Turnerbundes, Heiner Bartling, äußerte in seiner Begrüßungsrede Freude darüber, welch eine breite Palette von Angeboten der NTB als Breitensportverband zu bieten habe: Nämlich „Sport für die ganze Familie und beim Turnfest spiele der Spaßfaktor eine große Rolle“. Ebenso äußerte sich auch der Präsident des Deutschen-Turner-Bundes Rainer Brechtken, indem er sagte, ein Turnfest gehe weit über Turnen hinaus und sei eine Mitmach-Veranstaltung auch mit Wettkampf und dem Bekenntnis zur Leistung, die eine Gesellschaft brauche.

Das Endziel des Festzuges war der Schlossgarten, in dem bei sommerlichen Temperaturen ein zweistündiges, erfreulich kurzweiliges Bühnenprogramm dargeboten wurde. Gleich zum Anfang erlangte dabei sogar ein Strahl von den nahenden Olympischen Sommerspielen die 3000 Zuschauer. Denn die weltbekannten Akrobaten des britischen Performance-Projektes „Dream Engine“ nutzten ihre traumhaften Darbietungen mit graziösen Figuren hoch über den Köpfen der Besucher als Generalprobe für ihren Auftritt bei der Eröffnungsfeier der olympischen Spiele in London am 28. Juli.

Anschließend erfolgte der offizielle Teil der Eröffnungsfeier durch die Übergabe des Banners des Niedersächsischen Turner-Bundes von der Braunschweiger Bürgermeisterin Friederike Harlfinger an den Osnabrücker Oberbürgermeister Boris Pastorius. Wonach der Niedersächsische Ministerpräsident in seiner Eröffnungsrede nicht vergaß, auch die Verdienste der Turner bei der Wahrnehmung sozialer Verantwortung und der Integration zu würdigen. Hiernach blieb es dann dem NTB-Präsidenten Heiner Bartling vorbehalten, den offiziellen Startschuss zur Eröffnung des 15. Niedersächsischen Landesturnfestes zu geben. Weiter ging es dann, mit einer faszinierenden Turnchoreografie mit dem NTB-Showteam. Im Anschluss daran spielten live zwei echte Hochkaräter der Musikszene Johannes Strate und Luxuslärm bis spät in den Abend.

Das umfangreiche Rahmenprogramm, das in der Innenstadt, in den Sport- und Stadthallen für jedermann zugänglich war, bot so viele interessante Angebote, die einem die Auswahl schwer machte. Darunter die Kulturangebote und Sehenswürdigkeiten der Stadt selbst. Ebenso die ständig belebte Turnfestmeile mit ihren drei Bühnen, auf diesen sich täglich Gruppen aus Vereinen mit ihrer Vielfalt aus Tanz, Turnen, Akrobatik und vielem mehr sowie Musikdarbietungen präsentierten. Auch die täglichen Veranstaltungen und Vorführungen in den Sälen der Stadthalle waren ständig ausgebucht. Zum Beispiel die Turnfestgala, Rendezvous der Besten, Konzert des NTB Landesorchesters und die Kindershow-Vorführungen, um nur einige zu nennen. Wobei die Turnfestgala zu Recht der absolute Renner war. Sie bot eine Show der Superlative. Hier zeigten die besten Gruppen des Turnfestes eine Show, die Jung und Alt gleichermaßen begeisterte. Ihre Darbietungen in hochkarätigen Bewegungskünsten und unterhaltsamen Showelementen, versetzten die Zuschauer immer wieder in Staunen und Begeisterung. Ob die Gruppe „Young Generation“, vom Oldenburger-TB, die „New Power Generation“ der Sportakrobatik-Gruppe des NTB-Showteams, oder die „Green Spirits“ aus Hatten­ Sandkrug, die einen Mix aus Seerosen, Fröschen und Libellen in einem See turnerisch-akrobatisch darboten, alle Darbietungen waren artistische Kunstwerke. Man konnte nur sagen: Turnen war gestern – heute sagt man Artistik dazu.

Das einerseits Erstaunliche wie andererseits Erfreuliche war dabei auch, dass in den meisten dieser darbietenden Gruppen auch viele Jugendliche Akteure mitwirkten. Und diese Feststellung war auch für das gesamte Turnfest symptomatisch, denn von den insgesamt gemeldeten Turnfestteilnehmern waren gut die Hälfte unter 18, sogar bis unterhalb von 10 Jahren. Deshalb war für diese Altersgruppe auch ein dementsprechend großer Programmteil im Gesamtkonzept des Turnfestes enthalten. Das waren unter anderen die vielen Mitmachangebote für die noch nicht wettkampfberechtigten Kinder wie zum Beispiel die Spiel-Wiese, Zirkuszelt, Piratenrallye, -platz, die Kreativ-Werkstatt, Kindercamp und vieles mehr. Weiter waren für die schon etwas sportlicheren Jugendlichen ein großer Abenteuersportpark zum Hangeln und Klettern eingerichtet. Beliebt und ständig belegt waren auch eine riesige Kletterwand und eine 35m lange Wasser-skibahn.

Den Höhepunkt in diesem Programmteil bildeten aber die 360 Kinder mit ihren Bühnenaufführungen „Affen stark und Löwen schlau“. Darin wurde nicht nur eine lehrreiche Geschichte zur Umweltverschmutzung erzählt, sondern damit wurde auch gezeigt wie gemeinsames Erleben und Bewegen erlebt und gefördert werden kann. Und das Besondere an dieser Show war, nicht nur, dass die jüngsten Kinder dabei gerade mal vier Jahre alt waren, sondern dass in Ihr Kinder mit und ohne Behinderungen mitwirkten. So war die Show ein tolles Beispiel dafür, wie auch im Turnverein Inklusion stattfinden kann.

Eine weitere zentrale Veranstaltung war die Turnfestakademie. Sie ist eine Fortbildungsveranstaltung für Übungsleiter, Vereinsvorsitzende, Sport- und Gymnastiklehrer, Gesundheitscouches und Interessierte. Doch außer diesen aufgezeigten Möglichkeiten hatte das Turnfest noch viele weitere Angebote bereit, um jedem Turnfestbesucher etwas zu bieten. Und somit waren nicht nur die Turnfestbesucher in bester Stimmung, sondern konnten auch die Ausrichter stolz darauf sein, ein Fest gestaltet und durchgeführt zu haben, das in freudiger Erinnerung bleiben wird. Dazu beitragen wird auch die große Bühnenshow am Abschlussabend im Schlossgarten, mit dem grandiosen Feuerwerk, welches das Turnfest beendete.

Gerd Liedtke